Egestorf am Süntel

Über Egestorf

Ein Dorf in der Landschaft

Egestorf liegt in nordwestlicher Richtung von Bad Münder und ist ein Ortsteil von Bad Münder im Landreis Hameln-Pyrmont. Diese Landschaft zählt zum Calenberger Bergland, welches den nordwestlichen Rand des Leine-Weserberglandes bildet.

Der Ort befindet sich im Grenzbereich zwischen den naturräumlichen Einheiten der Rodenberger Mulde im Westen und dem Becken von Bad Münder im Osten. Die Rodenberger Mulde ist geprägt durch eine abwechslungsreiche, wellige Hügellandschaft in der vornehmlich Landwirtschaft betrieben wird. Die Rodenberger Aue entwässert das Tal in Richtung Leine. Beiderseits der Talsohle steigen die sanft geneigten Hänge der Mulde allmählich zu den bewaldeten Bergkämmen von Süntel (437 m üNN) und Deister (405 m üNN) an.

Der geologische Untergrund besteht fast ausschließlich aus Eimbeckhäuser Plattenkalk. Unter dem Einfluss oberflächennahen Grundwassers entwickelten sich in der Talniederung Auenlandschaften. Das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung sind Auensedimente.

Der mit Gräben durchzogene Talkessel bildet den tiefsten Punkt zwischen Deister und Süntel. Das Tal wird aber nicht nur durch die Bach- und Flußläufe geprägt, sondern auch durch eiszeitliche Endmoränen, hier insbesondere südöstlich von Egestorf der Schiefebrink und der Eilenberg mit einer Höhe von 186 m üNN. Sie bilden die Wasserscheide zwischen Weser und Leine.

Durch den Einfluss des Menschen hat sich das ursprüngliche Landschaftsbild nachhaltig verändert. Die Nutzung der Wasserkraft hat teilweise zu Begradigungen der Rodenberger Aue geführt. Die 1905 gebaute und zu Beginn der 70er Jahre eingestellte Bahnlinie Bad Münder -Haste wurde zur Vermeidung von unüberbrückbaren Höhenunterschieden direkt durchs Tal gebaut. Mit der Stilllegung der Bahntrasse hat sich die Natur dieses Stück Industriegeschichte erfolgreich zurückerobert. Dies hat dazu geführt, dass die Bezirksregierung Hannover für dieses Gebiet eine einstweilige Verfügung zu Schutz der Zauneidechse erlassen hat.

In Fragmenten haben sich zwischen Egestorf und Rohrsen entlang der Rodenberger Aue Bruchwälder erhalten. Der Auenwald ist Rückzugsgebiet seltener Tier- und Pflanzenarten. Daher steht die Dorfgemeinschaft dem geplanten Naturschutzgebiet Rodenberger Aue sehr aufgeschlossen gegenüber und möchte sich auch selbst in dieses Projekt mit einbringen. Ein weiteres Projekt ist die Renaturierung der Aue im Bereich des Dorfes und der Nachbargemeinde. Hier sind die Belange des Hochwasserschutzes zu berücksichtigen. Deshalb sollen Feuchtwiesen entlang der Aue im Bedarfsfall geflutet werden könne.

Dorfrand

Der Übergangsbereich vom Dorf zur freien Landschaft weist keine scharfen Grenzen auf. Er wird geprägt von klein- und großparzelligen privaten Wohn-, Obst- und Nutzgärten. Im Rahmen der Dorferneuerung in den 1990er Jahren wurden die Anpflanzungen auf Privatgrundstücken besser in das Gesamtbild eingebunden.

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